Zukunftssicher heizen
Hybridheizung – Wärmepumpe und Kessel im Team
Eine Hybridheizung verbindet eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger, meist einem Gas- oder Öl-Brennwertkessel. Die Wärmepumpe übernimmt den größten Teil des Jahres, der Kessel hilft an sehr kalten Tagen. Gerade im unsanierten Altbau ist das oft der sanfte Einstieg in die Wärmepumpe.
So arbeitet eine Hybridheizung
Die Regelung entscheidet automatisch, welcher Wärmeerzeuger gerade läuft. Den Umschaltpunkt nennt man Bivalenzpunkt. Je nach Haus liegt er meist bei einigen Grad unter null.
Bivalent-parallel
Oberhalb des Bivalenzpunkts heizt die Wärmepumpe allein. Wird es kälter, schaltet sich der Kessel dazu, und beide arbeiten gemeinsam.
Bivalent-alternativ
Unterhalb des Bivalenzpunkts übernimmt der Kessel ganz. Das ist sinnvoll, wenn die Heizkörper an kalten Tagen sehr hohe Vorlauftemperaturen brauchen.
Nach Kosten gesteuert
Moderne Regelungen können zusätzlich nach Strom- und Gaspreis entscheiden, zum Beispiel mit eigenem PV-Strom oder einem dynamischen Stromtarif.
Auf einen Blick
- Die Wärmepumpe deckt in der Regel den größten Teil der Heizarbeit im Jahr.
- Der Kessel sichert die Spitzen an den kältesten Tagen ab.
- Vorhandene Heizkörper können meist bleiben.
- Die Wärmepumpe kann kleiner ausfallen als bei einer reinen Wärmepumpenlösung.
- Eine gemeinsame Regelung steuert beide Geräte, zum Beispiel bei der Viessmann Vitocal 250-AH.
Kombinationsmöglichkeiten
Welche Kombination passt, hängt von Ihrem Haus, dem vorhandenen Kessel und Ihren Plänen ab. Diese Varianten planen und bauen wir:
HÄUFIGSTE LÖSUNG
Wärmepumpe + Gas-Brennwert
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit einem Gas-Brennwertkessel zusammen: als Komplettsystem mit gemeinsamer Regelung oder als Ergänzung zu einem noch jungen Gaskessel.
Wärmepumpe + Öl-Brennwert
Wo kein Gasnetz liegt, übernimmt ein moderner Öl-Brennwertkessel die Spitzenlast. Weil die Wärmepumpe den größten Teil heizt, brauchen Sie deutlich weniger Heizöl.
Wärmepumpe + Holz
Ein Pelletkessel oder ein wasserführender Kaminofen unterstützt die Wärmepumpe an kalten Tagen – ganz ohne fossile Brennstoffe.
Wärmepumpe + Photovoltaik
Mit einer PV-Anlage auf dem Dach heizt die Wärmepumpe tagsüber teilweise mit selbst erzeugtem Strom. Ein Energiemanager verteilt den Strom auf Wärmepumpe, Batteriespeicher und Haushalt.
Wärmepumpe + Solarthermie
Solarkollektoren erwärmen im Sommerhalbjahr einen großen Teil des Trinkwassers. Die Wärmepumpe läuft dann seltener.
Vorhandene Heizung ergänzen
Ihr Kessel ist noch jung und in gutem Zustand? Dann kann eine Wärmepumpe ergänzt werden, und der Kessel bleibt als Unterstützung im System. Wir prüfen, ob Hydraulik und Regelung dafür passen.
Für wen lohnt sich eine Hybridheizung?
- Unsanierte Altbauten mit hohem Wärmebedarf und Heizkörpern, die hohe Vorlauftemperaturen brauchen.
- Schrittweise Sanierung: heute die Wärmepumpe, später Dämmung oder Fenster – irgendwann kann der Kessel ganz entfallen.
- Junger Bestandskessel: Der noch gute Kessel wird weiter genutzt statt verschrottet.
- Begrenzter Hausanschluss: Eine kleinere Wärmepumpe braucht weniger elektrische Leistung.
Ehrlich gesagt
Eine Hybridheizung ist nicht immer die beste Lösung:
- Zwei Wärmeerzeuger bedeuten zwei Wartungen und laufende Kosten für den Gas- oder Ölanschluss.
- Für den Kessel fallen weiter CO₂-Preis und künftig Bio-Anteile beim Brennstoff an.
- In vielen Häusern schafft eine richtig ausgelegte Wärmepumpe die Arbeit auch allein.
Deshalb berechnen wir vorher die Heizlast und sagen Ihnen offen, was sich bei Ihnen rechnet.
Was gilt nach dem neuen Heizungsgesetz?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die bisherige 65-Prozent-Regel ist entfallen.
- Wärmepumpen-Hybridheizungen sind ausdrücklich erlaubt – mit Gas, Öl, Flüssiggas oder Biomasse.
- Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen steigt der Anteil an Biogas, Bioöl oder Wasserstoff stufenweise: ab 2029 mindestens 10 %, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %.
- Hybridheizungen erfüllen diese Vorgaben bis 2035 unter bestimmten Voraussetzungen. Danach bestätigt eine sachkundige Person den erneuerbaren Anteil.
Was das für Ihre Anlage bedeutet, besprechen wir gemeinsam. Stand: November 2026.
Förderung
Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) gibt es weiterhin. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Fördersätze, und einzelne Boni sinken in den nächsten Monaten schrittweise.
Den Gas- oder Ölkessel selbst fördert die KfW nicht. Ob und in welcher Höhe der Wärmepumpenteil Ihrer Hybridanlage gefördert werden kann, klären wir vor dem Antrag mit Ihnen.
Persönliche Beratung gewünscht?
Wir kommen zu Ihnen, sehen uns Ihre Anlage an und zeigen Ihnen die passenden Möglichkeiten.
Telefon: 039779 – 27188
