Praxisbericht · Eggesin
Wärmepumpe im 70 Jahre alten Holzhaus
Geht das überhaupt? Diese Frage hören wir oft, wenn es um ältere Häuser geht. Ein Holztypenhaus aus den frühen 1950er-Jahren in Eggesin zeigt: Ja – und zwar richtig gut. Nach dem ersten vollen Jahr liegt die Jahresarbeitszahl bei 3,4.

Das Haus
In der Waldsiedlung in Eggesin stehen bis heute einige der charakteristischen Holztypenhäuser aus der Anfangszeit des Militärstandorts. Sie wurden Anfang der 1950er-Jahre in kurzer Zeit als Unterkünfte errichtet und später zu Wohnhäusern. Eines davon, rund 110 m² Wohnfläche, wurde bisher mit einem Gaskessel aus den frühen 1990er-Jahren beheizt. Der Kessel war in die Jahre gekommen – Zeit für eine neue Heizung.
Was wir eingebaut haben
- Viessmann Vitocal 252-A Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 10-kW-Außengerät
- Außengerät auf einem Sockel aus Betonsteinen mit Kiesbett, damit das Tauwasser beim Abtauen sicher abläuft
- Inneneinheit und Speicher im Keller, zwei Heizkreise
- Fernüberwachung: Wir sehen die Betriebsdaten und können bei Bedarf nachjustieren


Das Ergebnis nach dem ersten vollen Jahr
Die Anlage läuft seit dem Sommer 2025 – und musste gleich einen langen, kalten Winter meistern. Von November 2025 bis Oktober 2026 hat sie rund 18.000 kWh Wärme erzeugt und dafür nur rund 5.200 kWh Strom gebraucht. Das ergibt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 – beim Heizen 3,3, beim Warmwasser sogar 3,6. Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Wärmepumpe also rund 3,4 Kilowattstunden Wärme.
Auch die Betriebsdaten überzeugen:
- Ruhiger Lauf: fast 5.000 Betriebsstunden bei nur rund 1.700 Starts – im Schnitt läuft der Verdichter fast 3 Stunden am Stück. Das schont das Gerät.
- Heizstab praktisch nie im Einsatz: Der elektrische Zusatzheizer hat im ganzen Jahr nur fünfmal eingeschaltet.
- Niedrige Vorlauftemperatur: Selbst bei Frost reichen 31 bis 43 °C, um das Haus warm zu bekommen.


Warum es so gut läuft
- Richtig ausgelegt: Die Wärmepumpe ist nicht zu groß gewählt. So läuft sie lange und gleichmäßig, statt ständig an- und auszugehen.
- Niedrige Temperaturen: Die Heizkurve ist so eingestellt, dass die Wärmepumpe nur so warm heizt wie nötig. Jedes Grad weniger spart Strom.
- Sauber aufgestellt: Freier Luftweg, frostsicherer Ablauf für das Tauwasser – wichtig für einen störungsfreien Winterbetrieb.
- Im Blick behalten: Über die Fernüberwachung sehen wir, wie die Anlage arbeitet, und können nachjustieren, bevor etwas auffällt.
Unser Fazit
Ein altes Holzhaus ist kein Hindernis für eine Wärmepumpe. Entscheidend sind eine ehrliche Planung, die passende Größe und eine sorgfältige Einstellung.
Sie wohnen in einem ähnlichen Haus? Wir schauen gemeinsam, ob eine Wärmepumpe passt. Rufen Sie uns an unter 039779 – 27188 oder nutzen Sie unser Anfrageformular.
